Aktives Museum - Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.

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Aus dem Presseecho zur Varian Fry-Ausstellung:

„Die Berliner Ausstellung dokumentiert die vielen von Fry Geretteten: Sie, nicht Fry und seine Helfer, stehen im Vordergrund. Die wimmelnde Vielfalt der Lebensschicksale, an Wänden, auf Karten und in Hörstationen, wirft den Besucher selbst in ein Chaos menschlicher Nöte. (...) Ein Stück Wiedergutmachung, dass man den Retter, der später als Lateinlehrer in der Provinz wirkte, vergessen und kaum bedankt, nun ehrt, am Pariser Platz in Berlin.“ (Tilmann Lahme, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30.11.2007)

„Das Aktive Museum Faschismus und Widerstand in Berlin widmet Fry nun eine fabelhafte Ausstellung. (...) Die drei Räume sind wie ein verwinkelter Parcours gestaltet, Mauern, schießschartenähnliche Durchsichten, Barrieren, Polder – die Ausstellungsarchitekten machen durch die mehrfache Verwinkelung des engen Raumes, das Chaotische, den Zufällen Abgetrotzte all dieser Fluchten sichtbar. (...) Darum, Fry als Einzelhelden zu mythisieren, geht es den Kuratorinnen Angelika Meyer und Marion Neumann nicht. Er ist vielmehr der personalisierte Knotenpunkt all der Emigrationsschicksale und das Zentrum eines Netzwerks, ohne das er nichts als ein hilfloser Amerikaner in Marseille gewesen wäre.“ (Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung vom 24./25.11.2007)

„Im markant glänzenden Glas- und Betonbau der Akademie der Künste (...) ist eine grosse Ausstellung jenem strahlenden Lichtblick in der unendlich grausamen, verschlungenen Katastrophe des 20. Jahrhunderts gewidmet, der mit dem Namen Varian Fry verbunden ist. Im ansteigenden gläsernen Foyer der Akademie geben Bildtafeln, ‚Hörstationen’ und Texttafeln anschaulich Information über die Tätigkeit des nach Marseille gesandten jungen amerikanischen Publizisten.“ (Markus Bauer, Neue Züricher Zeitung vom 20.12.2007)

„Die Ausstellung, die nun in der Akademie der Künste am Pariser Platz zu sehen ist, genau dort, wo heute die Amerikanische und die Französische Botschaft liegen, erinnert mit zahlreichen Bild- und Tondokumenten eindringlich und fachkundig an einen Mann, dessen mutiges Engagement und unerschrockener Idealismus Menschenleben rettete.“ (Cornelius Wüllenkemper, Radio France International am 7.12.2007)

„Die Ausstellung heißt ‚Ohne zu zögern. Varian Fry’, doch den amerikanischen Fluchthelfer muss man in ihr beinahe suchen. (...) Vertan haben die Kuratorinnen Angelika Meyer und Marion Neumann die Chance, den ‚amerikanischen Schindler’ vorzustellen, der dieser Tage 100 Jahre alt geworden wäre. (...) Nach der Kapitulation Frankreichs finden sich die Refugees in der ‚Mausefalle’ Marseille wieder, die die expressionistische Ausstellungsarchitektur von Ruth M. Lorenz und Robert Hoffmann mit hohen, eng aufeinander zulaufenden Mauern nachempfindet. Die Grenzüberquerung in den Pyrenäen bieten die Architekten als enge, schiefe Rampe dar, das Exil New York als weiten Raum. Ein Nachfühlangebot, dem nicht leicht zu folgen ist, weil allzu viele Fragen an die Leseecke delegiert sind: Wie leben die Flüchtlinge? Wer wird vor der Flucht verhaftet? Wie endete Fry?“ (Jörg Plath, Frankfurter Rundschau vom 19.11.2007)

„Frys Vita bleibt leider im Katalog versteckt. Die Ausstellung selbst verwandelt zwar das Glas-Foyer und alte Ziegelgewölbe der Akademie der Künste mit verkanteten blau-schwarzen Labyrinth-Stellwänden in einen spannend belebten Erzähl-Ort. Doch aus Freude darüber, ihr Hauptthema ‚Exil’ zur großen Emigranten-Parade ausbreiten zu dürfen, wird versäumt, über Motive und Widersprüche des entlanggewehten Aktentaschen-Helden der Frage zu folgen, auf welchen Wegen Reflexion zum Handeln führt. Wie man dem pathetischen Anspruch genügt, sein Leben – für das Richtige! – in die Waagschale zu werfen. Und dabei den einzigen Moment nicht verpasst.“ (Thomas Lackmann, Tagesspiegel vom 21.11.2007)

„Der Verein Aktives Museum hat Varian Fry (...) nun eine hervorragend konzipierte und überzeugend schlicht gestaltete Ausstellung gewidmet, ohne dabei je in Versuchung zu geraten, Fry zum kontextlosen Helden und Übermenschen zu stilisieren. Stattdessen präsentiert die Schau am Pariser Platz ein Netzwerk von Bezügen, Erinnerungen und Fakten, das die gern als irgendwie selbstverständlich hingenommene Tatsache der Emigration deutscher Intellektueller und Antifaschisten in ihrer ganzen Dramatik vergegenwärtigt.“ (Ulrich Gutmair, taz vom 18.12.2007)